Ausbildungsgang

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungszeit je nach schulischer (Fachhochschul- oder Hochschulreife) oder beruflicher Vorbildung (einer dem Berufsziel förderlichen anderen Berufsausbildung) verkürzt werden.

Die Ausbildung findet in der Regel in dem für die Bundesrepublik Deutschland üblichen Berufsausbildungssystem, der dualen Ausbildung an zwei Lernorten, statt. D.h., die überwiegend fachpraktische Ausbildung im Betrieb (betriebliche Ausbildung) und die fachtheoretische-allgemeine Bildung in der Berufsschule. Neben der Ausbildung in der Praxis besuchen die Auszubildenden in der Regel zweimal wöchentlich die Berufsschule und ggf. ergänzende Ausbildungsmaßnahmen (z.B. ausbildungsbegleitenden Unterricht, Prüfungsvorbereitungslehrgänge).

Die Schwerpunkte der Ausbildung umfassen: Steuerwesen, Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Die Ausbildung beinhaltet eine Zwischen- und Abschlussprüfung, die vor der Steuerberaterkammer abgelegt werden.

Ausbildung in Teilzeit

Bestimmte (familiäre) Lebensumstände lassen eine Ausbildung in Vollzeit nicht immer zu. Insbesondere für Alleinerziehende kann eine Vollzeitausbildung aus organisatorischen und zeitlichen Gründen häufiger zu größeren Belastungen und ggf. auch zum Ausbildungsabbruch führen. Daher bietet das Berufsbildungsgesetz (BBiG) die Möglichkeit, einen Antrag auf Teilzeit-Ausbildung zu stellen.

Bei einer Ausbildung in Teilzeit kann die tägliche oder die wöchentliche Ausbildungszeit verkürzt werden. Wenn eine Ausbildung z. B. wegen der Inanspruchnahme der Elternzeit unterbrochen wird, könnte das Ausbildungsverhältnis im Anschluss in Teilzeitform weitergeführt werden. Dies ist für Kanzleien und Auszubildende oft ein praktikablerer Weg, das Ausbildungsverhältnis fortzuführen und erfolgreich abzuschließen.

Ausbildung mit Erfolg abschließen

Das Programm "Ausbildungsbegleitende Hilfen" der Bundesagentur für Arbeit bietet Jugendlichen Unterstützung bei schlechten Noten oder anderen Hindernissen, die einem erfolgreichen Abschluss im Weg stehen. Dieses Programm steht Jugendlichen zur Seite, bevor es zu spät ist. Weitere Informationen können der nachfolgend zum Download bereit gestellten Broschüre "Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) - So schaffst du deine Ausbildung" der Bundesagentur für Arbeit entnommen werden.

>> Download Broschüre

Zuständigkeitsvereinbarungen gem. § 71 Abs. 9 BBiG zur Verbesserung der Ausbildungssituation geschlossen

Oftmals möchten BewerberInnen für einen Ausbildungsplatz zum/zur Steuerfachangestellten aus Zeit- und Kostengründen eine Berufsschule in der Nähe ihres Heimatortes oder im Rahmen eines ausbildungsintegrierten Studiums (Triales Modell) besuchen. Hieraus ergibt sich in Grenzgebieten die Situation, dass sich die gewünschte Berufsschule in einem anderen Bundesland als die zuständige Kammer befinden kann. BewerberInnen könnten somit zwar die gewünschte Berufsschule in einem anderen Bundesland besuchen, müssten aber die Zwischen- und Abschlussprüfung bei der örtlich zuständigen Steuerberaterkammer des Ausbildungsbetriebes ablegen. Der Zwischen- und Abschlussprüfung liegt jedoch der Lehrplan des jeweiligen Bundeslandes zugrunde, und damit differieren die Lehrpläne von Land zu Land. Wenn Auszubildende die Berufsschule eines anderen Bundeslandes besuchen, die Prüfung jedoch dort nicht ablegen können, ist somit eine auf den „richtigen Lehrplan“ zugeschnittene Vorbereitung auf die Prüfung nicht möglich. Um diesen Nachteil für die Auszubildenden abzuwenden, hat die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe im Interesse der potentiellen Bewerber sowie zur Sicherung des Ausbildungsberufes und damit zum Erhalt von Schulstandorten gemeinsam mit den Steuerberaterkammern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie mit den Steuerberaterkammern Niedersachsen und Schleswig-Holstein eine Zuständigkeitsvereinbarung nach § 71 Abs. 9 BBiG getroffen. Die jeweils zuständigen Finanzministerien der beteiligten Länder als oberste Landesbehörden haben die Vereinbarungen genehmigt.

Durch die Vereinbarungen kann nunmehr die Zuständigkeit einer anderen als nach den Regelungen des Berufsbildungsgesetzes für das entsprechende Ausbildungsverhältnis zur/zum Steuerfachangestellten örtlich zuständigen Kammer auf eine andere Kammer begründet werden, wenn die/der Auszubildende dies bei der örtlich zuständigen Steuerberaterkammer vor Ausbildungsbeginn beantragt. In diesem Fall werden alle durch Gesetz zugewiesenen Aufgaben im Zusammenhang mit dem betreffenden Ausbildungsverhältnis durch die entsprechende Steuerberaterkammer wahrgenommen, wie die Registrierung des Berufsausbildungsvertrages in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse und die Durchführung der Zwischen- und Abschlussprüfung.

Mit dieser flexiblen Handhabung hat die Kammer ein bislang bestehendes Ausbildungshemmnis beseitigt und den Ausbildungsberuf weiter gesichert.

Ausbildungsstellen

Bewerben Sie sich um einen Ausbildungsplatz direkt bei einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer bzw. deren Gesellschaften oder fragen Sie bei der Berufsberatung der für Sie regional zuständigen Agentur für Arbeit nach freien Ausbildungsstellen. Die bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplätze werden im Internet (Jobbörse) veröffentlicht. Nutzen Sie auch die Ausbildungs-/ Praktikumsstellen-Börse der Kammer.

Anerkennung von im Ausland erworbener Berufsqualifikationen

Das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (BQFG), kurz: Anerkennungsgesetz, ist am 01. April 2012 in Kraft getreten.

Gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 5 BQFG ist die Steuerberaterkammer zuständige Stelle und damit Adressat für Anträge, die auf Feststellung der Gleichwertigkeit von vorhandenen beruflichen Qualifikationen mit denen von Steuerfachangestellten gerichtet sind.

Die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe hat mit Zustimmung der jeweils zuständigen Finanzministerien gemäß § 8 Abs. 5 BQFG ihre Zuständigkeit auf die Steuerberaterkammer Niedersachsen übertragen, so dass alle Anfragen und Anträge an diese zu richten sind.

Die Adresse lautet:

Steuerberaterkammer Niedersachsen K.d.ö.R.

Adenauerallee 20

30175 Hannover

Telefon:  0 5 1 1 - 2 8 8 9 0 0